Aufruf zur Meldung der Asiatischen Hornisse

Muséum de Toulouse, CC BY-SA 3.0
Muséum de Toulouse, CC BY-SA 3.0

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist zum ersten Mal 2014 in Baden-Württemberg nachgewiesen worden, teilte das Umweltministerium in Stuttgart mit. 2022 wurde ein Sekundärnest in der Triregio das erste mal nachgewiesen. In 2023 wurden schon 20 dieser Hauptnester gefunden und grösstenteils entfernt. Die Asiatische Hornisse ist ein Neozoen (Tierart, die seit 1492 unter Mitwirkung des Menschen in eine zuvor unzugängliche Region gelangt ist) und breitet sich nun auch im Kreis Lörrach aus.

Bienen (Apidae) gehören vor allem im Sommer und Herbst zur bevorzugten Beute von Vespa velutina. Durch das Auftreten von Vespa velutina kann es zur Schwächung oder im Extremfall sogar zum Verlust von Bienenvölkern kommen. Berichte aus bereits stark befallenen Ländern zeigen, dass Vespa velutina auch in Wein- und Fruchtkulturen massive Schäden anrichten kann. Die Gefahr durch Vespa velutina für den Menschen ist nicht höher als durch einheimische Hornissen oder Wespen. Um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu verlangsamen, ist eine möglichst frühe Erkennung weiterer Ansiedlungen notwendig. Zu erkennen ist die Asiatische Hornisse an ihrer schwarzen Grundfärbung: Die Brust ist schwarz, der Hinterleib dunkel mit wenigen gelben Binden. Die Beine sind schwarz-gelb gefärbt. Die Behörden in der Region arbeiten eng für die Entdeckung und Entfernung von Vespa velutina Nestern zusammen. Dabei sind sie weiterhin auf Meldungen von Personen angewiesen, die sich viel im Offenland und im Wald aufhalten.

Primärnest - (c) Vespavelutina.eu
Primärnest - (c) Vespavelutina.eu

Die Asiatische Hornisse baut zwei Nester. Das im Frühjahr von der Königin gebaute, etwa Handballen große Gründungsnest (Primärnest) hängt meist in Schuppen oder Sträuchern, teils aber auch in Bodennähe. Die Filialnester (Sekundärnest) werden im Sommer gebaut und befinden sich meist in mehr als zehn Metern Höhe freihängend in Bäumen. Das Einflugloch befindet sich immer seitlich am Nest. Die Nester können bis zu einem Meter Höhe erreichen. Die Behörden bitten von April bis Anfangs Juli vor allem um Beobachtungen von Hecken, Unterständen, Vordächern und ähnlichen geschützten Stellen. Dort könnte sich ein Vornest (Primärnest) befinden.

Sekundärnest der asiatischen Hornisse ((c) Reiner Jahn
Sekundärnest der asiatischen Hornisse ((c) Reiner Jahn

Im Vergleich zu unserer heimischen und geschützten Europäischen Hornisse sind die Völker der Asiatischen Hornisse bedeutend größer. Ein zweites Nest, das Asiatische Hornissen im Sommer bauen, kann einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen und bis zu 2.000 Arbeiterinnen und 500 Geschlechtstiere beherbergen. Häufig hängt dieses kugelförmige sogenannte Sekundärnest hoch oben in Baumkronen und wird nicht oder erst nach dem Laubfall entdeckt. Für die Larvenaufzucht benötigen Asiatische Hornissen proteinhaltige Beute, die im Spätsommer und Frühherbst zu einem Großteil aus Honigbienen bestehen kann. Imker verfolgen deshalb die Ausbreitung mit Sorge. Welche Auswirkungen die Asiatische Hornisse auf heimische Arten wie zum Beispiel Wildbienen hat, ist zurzeit noch nicht bekannt.

Bitte melden sie begründete Verdachtsfunde auf der Meldeseite des Landes Baden-Württemberg oder bei der Unteren Naturschutz Behörde des Landkreises.

Lörrach gewinnt den Landesnaturschutzpreis

Pärchen der Geburtshelferkröte  Foto: NABU / Stefan Kaiser
Pärchen der Geburtshelferkröte Foto: NABU / Stefan Kaiser

Seit Jahren schafft die NABU-Kreisgruppe Lörrach neue Lebensräume für die Geburtshelferkröte. Nun wurde dieses Engagement durch das baden-württembergische Umweltministerium honoriert: Für ein Netz aus mehreren Biotopen zwischen Binzen und Fischingen sowie in Eimeldingen erhielt die NABU-Amphibienschutzgruppe am 9. Februar 2021 den Landesnaturschutzpreis 2020 und ein Preisgeld von 2.250 Euro. Nach Förderprojekten von EnBW und Edeka Süd war es bereits die vierte Auszeichnung für das Projekt, das 2013 von Franz Preiß und Stefan Kaiser ins Leben gerufen wurde – ermöglicht auch durch die beteiligten Gemeinden.
Die ausführliche Projektbeschreibung finden sie hier.

Schneeleopard erforschen

Bürgerwissenschaftler aus Lörrach

© NABU
© NABU

Der NABU auf Bundesebene unterstützt in Tadschikistan und Kirgisistan Projekte zum Schutz des Schneeleoparden. Wir in Lörrach sind diesen Projekten insofern verbunden, weil wir mit Ralf Bürglin aus Endenburg ein NABU Mitglied in unseren Reihen wissen, dass sich schon aktiv für dessen Schutz eingesetzt hat. Er ist Biogeograph und Reisejournalist und hat schon an einigen Expeditionen teilgenommen um Daten zum Verbreitungsgebiet und zum Bestand des Schneeleoparden zu ermitteln.

Diese Expeditionen werden von "Biosphere Expeditions" in Zusammenarbeit mit dem NABU durchgeführt. Die Veranstaltungen sind für sogenannte Bürgerwissenschaftler konzipiert, also Naturbegeisterte, die ihren Urlaub oder sonstige freie Zeit sinnvoll verbringen wollen und deshalb Biologen bei ihrer Feldarbeit unterstützen. Die Teilnehmer dieser Gruppen kommen aus der ganzen Welt und versuchen u.a. in den Tian-Shan-Bergen, in einem Gebiet grösser als 10x10km nicht nur Spuren des Schneeleoparden zu entdecken, sondern sind auch aufgefordert sogenannte Petroglyphen, in den Felsen geritzte Bilder, deren Alter Wissenschaftler auf 600 bis 1.000 Jahre datiert haben, mittels GPS Daten zu kartographieren. In der Regel ist man weit weg von jeder Zivilisation und geniesst dort einen Outdoorurlaub der verschärften Form!

Die Verpflegung ist extrem lokal und orientiert sich an der für dieses Hochgebirge üblichen Hirten-Küche, geschlafen wird in Zelten, das "Badezimmer" befindet sich unter dem freien Himmel. Durch so eine Reise in die Hochgebirgslandschaften dieser Länder zeigen die Teilnehmer Interesse an dem Raubtier, machen damit die Bedeutung dieser Tierart deutlich und ermöglichen einem Teil der Bevölkerung touristische Einnahmen zu generieren, zudem trägt man zum Wissensstand über den Schneeleoparden bei. Sie sind herzlich eingeladen einen Urlaub dieser etwas anderen Form zu machen.

Diese Art des Urlaubes hilft ausserordentlich den Schutz dieser sehr seltenen Großkatze zu verbessern und durch die Unterstützung der lokalen Bevölkerung die leider immer noch vorhandene Wilderei einzudämmen. Durch die Einbindung in das Projekt lernt man in besonderer Art und Weise Land und Leute kennen. Das Fazit von Ralfs Reisen lautet: "Artenschutz ist oft nur ein Lippenbekenntnis. Die Tiere müssen für die Einheimischen einen Wert bekommen, der sie vom Wildern abhält – egal ob durch Tierbeobachter oder Trophäenjäger."

Seine Reiseberichte sind in der Zeitschrift "Terra" aus dem Tecklenborg Verlag veröffentlicht worden.


Vorstellung des Krötenbiotops durch den Naturjournalisten

"Der Naturjounalist" hat auf youtube unser Geburtsthelferkröten - Biotop "Brunnacker" vorgestellt.  extern

Quorum erreicht

Wir bedanken uns bei allen, die den Volksantrag "Ländle leben lassen" unterstützt haben. 50.000 Unterschriften werden im Februar dem Landtag übergeben werden. extern

Energieberatung der Stadt Lörrach

Der Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Lörrach bietet Beratung zum Thema Klimaschutz. extern



Für Mensch und Natur

Der Waldkauz- Vogel des Jahres 2017
Der Waldkauz- Vogel des Jahres 2017 - Foto: NABU/Peter Kühn